Søren Lerby

Einer der erfolgreichsten Spieler Europas: In 16 Profisaisons in Dänemark, den Niederlanden, Deutschland und Frankreich gewann Søren Lerby 18 Titel: Neun Meisterschaften (fünf mit Ajax Amsterdam, jeweils zwei mit Bayern München und dem PSV Eindhoven), sieben Pokale (zwei mit den Bayern, zwei mit Ajax, drei mit dem PSV), außerdem 1988 den Landesmeister- und den Weltpokal mit Eindhoven.
Legendär wurde Lerby am 13. November 1985, als er an einem Tag zwei Spiele in unterschiedlichen Ländern absolvierte: Nachmittags holte er mit der dänischen Nationalmannschaft in Dublin den letzten fehlenden Sieg zur WM-Qualifikation. Gleich nach seiner Auswechslung wurde Lerby mit einer Chartermaschine nach Düsseldorf geflogen, von wo er mit Bayern-Manager Uli Hoeneß im Porsche nach Bochum zum Pokalspiel der Bayern fahren sollte. Aber: Stau auf der Autobahn. Worauf Lerby aus dem Auto sprang, die letzten zwei Kilometer zum Ruhrstadion rannte, nicht rechtzeitig zum Anpfiff ankam, aber zur Halbzeit eingewechselt wurde.
Die Anekdote zeigt die größten Stärken des defensiven Mittelfeldspielers: Ensatz und Laufbereitschaft. Søren Lerby war ein Vorläufer der modernen Sechser, ein zweikampfstarker Spielmacher im RÜckraum, der durchaus im Mittelpunkt stand, aber kein Overath oder Netzer war, eher ein arbeitender Techniker, der mit weiten Diagonalbällen und langen Läufen mit dem Ball am Fuß dem Spiel Struktur gab. Durch seinen mächtigen Linksschuss war Lerby nicht nur bei Freistößen aus der Distanz torgefährlich. Mit seiner dominanten Persönlichkeit konnte Lerby auch schlechte Spiele herumreißen.
In der Katastrophensaison 1991/92, in der die Bayern nur Zehnter wurden, war Lerby von Oktober bis März Cheftrainer seines Ex-Vereins, kam in dieser Rolle aber nicht gut zurecht.

Heinz Flohe

Heinz “Flocke” Flohe war ein technisch brillanter Mittelfeldspieler mit starkem linken Fuß, beim 1. FC Köln jahrelang der Achter neben Wolfgang Overath, nach dessen Karriereende im Sommer 1977 dessen Nachfolger als Spielmacher. Heinz Flohe war immer etwas offensiver als sein Partner, ein großartiger Freistoßschütze, aber auch aus dem Spiel heraus mit Distanzschüssen torgefährlich, laufstark und in der Lage, feine Diagonalbälle zu spielen. In Köln war Heinz Flohe in den 1970ern einer der wichtigsten Spieler. Auf internationalem Niveau fehlte ihm allerdings etwas Robustheit. Daher war Flohe zwar oft in der Nationalmannschaft dabei, immer nahe an der internationalen Klasse, die er aber selten erreichte. Bei der Weltmeisterschaft 1974, bei der die DFB-Nationalmannschaft ihren zweiten WM-Titel gewann, wurde Flohe dreimal eingesetzt: 90 Minuten beim 0:1 gegen die DDR, anschließend nur zweimal eingewechselt. Beim Turnier von 1978 spielte Flohe eine größere Rolle.
Nach 343 Bundesligaspielen und 81 Toren (329/77 für den FC, der Rest für München 1860) musste Flohe seine Karriere im Alter von 31 Jahren nach einem Foul des damaligen Duisburgers und späteren FC-Verteidigers Paul Steiner beenden; von den Folgeschäden des komplizierten Schien- und Wadenbeinbruchs erholte sich Flohe erst nach Jahren.
Flohe verstarb am 15. Juni 2013 im Alter von 65 Jahren; zuvor hatte der lange herzkranke Euskirchener gut drei Jahre im Wachkoma gelegen.

Bernd Martin

Der deutsche A-Nationalspieler mit der kürzesten Einsatzzeit: Bernd Martin spielte 1979 zwei Minuten gegen Wales und brach sich drei Tage später das Schienbein. Das kostete Martin nicht die Profikarriere, aber zur Nationalmannschaft wurde er nie wieder eingeladen.
Beim VfB Stuttgart war Bernd Martin von 1973 bis 1982 ein schneller, robuster rechter Offensivverteidiger, beinahe ein verkappter Außenstürmer, der sehr geradlinig mit nach vorne ging und mit seinen guten Flanken einige Tore vorbereitete. 1982 wechselte Martin zu Bayern München, wo er eigentlich nicht gebraucht wurde, in drei Jahren nur 16 Spiele machte, aber immerhin den DFB-Pokal und die Deutsche Meisterschaft gewann.

Martin Max

Ein mittelgroßer, sehr beweglicher Mittelstürmer, der auch mal mit dem Ball in den Sechzehner ziehen konnte, aber eigentlich ein typischer Strafraumstürmer war, der mit kurzen Drehungen Tore schießen wollte. Martin Max war auch ein guter, spritziger Kopfballspieler, der gut in die Bälle hineinlief, aber ein Torjäger wurde er erst spät: Als Gladbacher traf er in fünf Jahren (zwei als Stammspieler) nur 22 Mal, als Schalker anschließend zweimal zweistellig. Mit über 30 Jahren wurde Max tatsächlich zweimal Torschützenkönig der Bundesliga mit 19 beziehungsweise 18 Toren für den TSV München 1860.
2002 gestand Rudi Völler dem gebürtigen Polen acht Minuten in der Nationalmannschaft zu, aber zur WM nominierte er Max nicht. Als bester deutscher Torjäger in der Saison 2003/04 (20 Treffer für Hansa Rostock, nur Ailton und Roy Makaay trafen sogar deutlich öfter) war Max im Alter von 35 Jahren sogar ein EM-Kandidat, der sich aber mit deutlichen Worten zum DFB-Trainerteam aus dem Gespräch brachte und seine Bundesligakarriere nach 396 Spielen und 126 Toren beendete.

Wolfgang Weber

Ein nicht besonders großer, aber extrem kopfballstarker Manndecker, kein Treter, sondern ein sehr geschickter Zweikämpfer, der nicht nur den Gegenspieler ausschalten wollte, sondern auch an der Balleroberung interessiert war. Weber war dennoch ein harter Verteidiger, nicht nur gegen den Gegner, sondern auch gegen sich selbst. 1965 spielte er ein Europapokalspiel gegen den Liverpool FC trotz eines Wadenbeinbruchs zu Ende; auswechseln durfte man damals noch nicht.
1962 kam Wolfgang Weber als 18-Jähriger zum 1. FC Köln. Im zweiten Jahr wurde er schon regelmäßig in der Bundesliga eingesetzt, spätestens 1965/66 war er Stammspieler. Bis zum Karriereende im Sommer 1978 blieb Weber beim FC, allerdings immer etwas als Wackelkandidat; Weber war von vielen Verletzungen und Krankheiten geplagt, die 30 Saisonspiele erreichte er selten. Nach der Deutschen Meisterschaft von 1963 gewann Weber zweimal den DFB-Pokal; in der zweiten Meisterschaftssaison 1977/78 machte Weber, offiziell noch im Kader, tatsächlich bereits in den Trainerstab von Hennes Weisweiler aufgerückt, kein einziges Spiel mehr. Kurzzeitig war Weber anschließend Trainer bei Werder Bremen.
1966 war Wolfgang Weber an zwei Schlüsselszenen des WM-Endspiels im Wembley-Stadion beteiligt. In der 90. Minute traf der Kölner per Abstauber zum 2:2 gegen England und brachte Deutschland in die Verlängerung. Fünf Minuten vorher hatte sein Kopfball noch das Tor verfehlt.
In der 11. Minute der Verlängerung köpfte Weber den Ball wieder über das Tor, diesmal über das eigene, nachdem Geoff Hursts Schuss von der Unterkante der Latte auf die Torlinie gesprungen war. Schiedsrichter Gottfried Dienst entschied zuerst auf Eckball; nach Rücksprache mit seinem Linienrichter Tofik Bachramow erkannte Dienst das legendäre “Wembley-Tor” an.

Nico Braun

Der Bundesligaskandal spülte Nicolas Jean Paul Braun nach oben. Weil Schalkes Torjäger Klaus Fischer wegen Bestechlichkeit langfristig aus dem Verkehr gezogen wurde, sah sich Trainer Ivica Horvat 1972 dazu gezwungen, den Ersatzspieler aus Luxemburg (zwölf Spiele, vier Tore als Fischer-Backup) zum Stamm-Mittelstürmer zu befördern. Das funktionierte nur leidlich gut: In 23 Spielen schoss Braun immerhin zehn Tore; ein adäquater Ersatz für Fischer war er so gut wie nie.
Nach der Saison wechselte Braun zum FC Metz, wo er dank seiner 96 Tore in nur fünf Jahren heute noch Rekordtorjäger ist. Das Sturmduo, das der Luxemburger Nationalspieler (40 Einsätze, acht Tore) bei den Lothringern mit dem Argentinier Hugo Curioni (59 Tore in 109 Spielen) bildete, trug den Namen “les artilleurs de Metz” – die Metzer Kanoniere.

Oliver Kahn

In seiner größten Zeit war Oliver Kahn einer der allerbesten Torhüter weltweit. Bereits beim Karlsruher SC, wo schon sein deutsch-litauischer Vater Rolfs Kāns (28 Oberliga- und 11 Bundesligaspiele von 1962 bis 1965, anschließend 80 Regionalligaspiele für Phönix Bellheim und den FC Homburg) und sein Bruder Axel (fünf Zweitligaspiele in der Saison 1986/87) gespielt hatten, fiel Kahn als großes Torwarttalent auf. Der junge Keeper hatte eine mächtige Physis, auf der Linie eine enorme Sprungkraft, eine extrem dominante Persönlichkeit, lediglich gewisse Schwächen bei hohen Bällen.
Nach seinem Wechsel zu den Bayern im Sommer 1994 entwickelte sich Kahn auf der Linie und in Eins-gegen-Eins-Duellen zum Weltklassemann. Durch seine Präsenz im Herauslaufen bekam er auch die Schwierigkeiten in der Luft in den Griff. Was blieb, waren seine fußballerischen Mängel. Abschläge aus der Hand waren gut, aber mit dem Ball am Fuß hatte Oliver Kahn seine einzige Schwäche. Dennoch wollte er in der Nachspielzeit der Saison 2000/01 partout den Freistoß schießen, der Schalke schließlich zum Meister der Herzen machte. Stefan Effenberg musste seinen Torwart überreden, Patrik Andersson den Ball zu überlassen.
Viele Jahre lang war Kahn der Chef der Bayern, eine dominante Figur im Mannschaftskreis, die in der Kabine einiges regelte. Zum “Titan” wurde Kahn durch sienen unbändigen, gelegentlich nahe an den Wahnsinn heranreichenden Ehrgeiz, der weder ihn selbst noch seine Gegner oder Mitspieler schonte. Sein Versuch, Heiko Herrlich zu beißen (1999), im gleichen Spiel sein gewagter Sprung in Richtung Stéphane Chapuisat, sein vermeitliches Ausgleichstor in Rostock, wo er den Ball ins gegnerische Tor faustete und dafür Gelb-Rot sah (2001) und sein Angriff auf Thomas Brdaric (2002) sind ebenso Teil von Oliver Kahns Legende wie das Spiel, in dem er seinen Mitspieler Andreas Herzog durchschüttelte, und die Partie in Freiburg, in der er von einem Golfball getroffen trotz schwerer Platzwunde weiterspielte.
Wegen solcher Szenen, seiner gewaltigen Statur, seiner verwegenen Frisur und seinem grimmigen Gesichtsausdruck wurde Kahn vom TV-Moderator Harald Schmidt einmal mit einem Gorilla verglichen, seitdem immer mal wieder von gegnerischen Fans mit Bananen beworfen.
Als Vereinsspieler ist Oliver Kahn über alle sportlichen Zweifel erhaben. In 14 Jahren bei den Bayern (zuvor hatte er sieben Bundesligajahre mit dem KSC absolviert, in den ersten drei jedoch nur insgesamt viermal gespielt) gewann er 17 Titel. Dreimal war er Welt-, viermal Europas, fünfmal Deutschlands Torhüter des Jahres. Sein größtes Spiel war das Champions-League-Finale 2001 in Mailand gegen den FC Valencia. Zwei Jahre nach dem Sekundentod von Barcelona, der dramaitschen 1:2-Endspielniederlage gegen Manchester United, hielt Kahn im Elfmeterschießen drei Schüsse.
In der Nationalmannschaft ist Oliver Kahn hingegen eine tragische Figur. Bei sieben Turnieren war er im Kader, aber nur dreimal als Stammtorhüter. Bei den Europameisterschaften 2000 und 2004 hatte Kahn das Pech, dass die restliche Mannschaft nicht viel taugte. 2002 spielte er eine überragende Weltmeisterschaft, hielt Deutschland mehr oder weniger alleine im Turnier, wurde als bislang einziger Torhüter zum besten Spieler eine WM gewählt, machte aber im Endspiel gegen Brasilien den spielentscheidenden Fehler, als er einen Schuss von Rivaldo nach vorne prallen ließ. Dort lauerte Ronaldo.
Die WM 2006 in Deutschland wäre Kahns Karrierehöhepunkt gewesen. Aber mit der Begründung, Jens Lehmann sei der modernere Torwart, degradierte Kahns ehemaliger Mitspieler Jürgen Klinsmann den Bayern-Keeper zur Nummer 2. Dass Kahn diese Rolle akzeptierte und Lehmann im Elfmeterschießen gegen Argentinien Mut machte, gab ihm im 19. Jahr seiner Profikarriere das lange im Verborgenen gebliebene menschliche Antlitz.

Franz Roth

Ein immer etwas unterschätzter offensiver Mittelfeldspieler; wenn von den fünf großen Bayern-Spielern der 1970er die Rede ist, von Maier, Beckenbauer, Breitner, Hoeneß und Müller, dann wird das “Katsche” Schwarzenbeck und “Bulle” Roth nicht gerecht.
Dieser war ein extrem physisch spielender, tatsächlich bulliger Typ, der Bälle schleppte, defensiv mitarbeitete und mit seinem gewaltigen Schuss offensiv sehr gefährlich war. Weil damals Mittelfeldtechniker en voge waren, er aber technisch nicht so filigran spielte, war Roth niemals ein dauerhafter Nationalspieler, er war aber nie ein Positionsverwalter, sondern immer ein dynamisches, erfolgreiches Arbeitstier.
Zur Legende wurde Roth durch seine Europapokal-Endspiele: 1976 gegen die Glasgow Rangers (1:0 n.V.), 1975 gegen Leeds United (2:0) und 1976 gegen AS Saint-Étienne (1:0) schoss er jeweils das einzige bzw. erste Tor des Spiels. Durch den Treffer gegen die Rangers begründete er letztlich die Ära der Bayern auf internationaler Ebene.

Franz Beckenbauer


Franz Beckenbauer. Der Kaiser, die Lichtgestalt. Der bedeutendste deutsche Fußballer aller Zeiten. Der Erfinder des Liberos. Zu seiner größten Zeit in den frühen 1970ern auch international fast konkurrenzlos. Nur der große Johan Cruijff erreichte damals ein vergleichbares Niveau.
Franz Beckenbauer wollte als Jugendlicher eigentlich beim TSV München 1860 Karriere machen, landete aber 1959 als 13-Jähriger doch bei den noch unbedeutenden Bayern, für deren erste Mannschaft er erstmals in der Bundesliga-Aufstiegsrunde 1964 ein Pflichtspiel bestritt und beim Debüt (4:0 gegen den FC St. Pauli) prompt sein erstes Tor schoss. Beckenbauer spielte damals als Linksaußen, wurde aber schnell erst auf die linke Abwehrseite, dann ins defensive Mittelfeld verschoben. Auf dieser Position trat er bei der WM 1966 als 20-Jähriger gegen den damals wohl besten Mittelfeldspieler der Welt an: Bobby Charlton. Schon in diesen jungen Jahren war das technisch herausragende Bewegungstalent mit den starken Außenristpässen dank seiner Ausstrahlung der Chef auf dem Platz.
Bei der WM 1970 spielte Beckenbauer immer noch im Mittelfeld; nach dem Turnier aber löste er bei den Bayern Werner Olk (der in die Schweiz gewechselt war) als Abwehrchef ab und revolutionierte diese Rolle. Als weltweit erster Spitzenspieler im Abwehrzentrum trat Beckenbauer bei Ballbesitz wie ein Spielmacher auf.
Beckenbauers nationale Bilanz in dieser Rolle ist wegen der starken Konkurrenz aus Mönchengladbach noch einigermaßen überschaubar: Drei Meisterschaften (eine weitere hatte er vorher schon gewonnen), der letzte seiner vier Pokalsiege. International gewann Franz Beckenbauer mit den Bayern und der Nationalmannschaft alles: Dreimal hintereinander wurde er Europapokalsieger der Landesmeister, außerdem Weltpokalsieger, Europameister, Weltmeister, 1973 auch Rekordnationalspieler; erst zwei Jahrzehnte später wurde Beckenbauer von Lothar Matthäus überholt. Zum dritten und vierten Mal wurde der Libero der Bayern zum deutschen Fußballer des Jahres gewählt, zweimal zu Europas Fußballer des Jahres.
1977 wechselte Beckenbauer zu Cosmos New York in die US-Profiliga, wo er unter anderem zusammen mit Pelé drei weitere Landesmeisterschaften gewann. Bei seinem letzten deutschen Titel als Spieler war Beckenbauer allerdings nur noch eine Randfigur: Der Hamburger SV hatte den bereits 35-jährigen Libero durchaus noch mit sportlichen Ambitionen in die Bundesliga zurückgeholt, hatte aber nicht viel von seinem häufig verletzten prominenten Neuzugang.
Bereits ein Jahr nach seinem Karriereende wurde Beckenbauer (ohne eine Trainerlizenz zu besitzen) Verantwortlicher der DFB-Nationalmannschaft; Horst Köppel und später Holger Osiek waren unter dem Titel “Bundestrainer” nicht mehr als Co-Trainer des “Teamchefs” Beckenbauer, der die Mannschaft 1986 ins WM-Finale, 1988 ins EM-Halbfinale und 1990 schließlich zum dritten und bislang letzten WM-Titel führte. Nach Mario Zagallo (1958/62 und 1970) war Beckenbauer der Zweite, der als Spieler und als Trainer Weltmeister wurde.
Nach dem WM-Endspiel trat Beckenbauer als DFB-Teamchef zurück, war Cheftrainer und technischer Direktor bei Olympique Marseille, Vizepräsident und zweimal Interimscoach der Bayern, ab 1994 fünfzehn Jahre lang Präsident seines Vereins. Als Leiter des Bewerbungs- und später Organisationskomitees war Beckenbauer zudem eine Hauptfigur des Projekts, die WM 2006 nach Deutschland zu holen. Schließlich ist Beckenbauer DFB-Vizepräsident und Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Sein Sohn Stefan spielte kurzzeitig für den 1. FC Saarbrücken in der Bundesliga, konnte sich aber als Profi nicht durchsetzen.

Matthias Sammer

Matthias Sammer war der letzte große deutsche Libero in einer Zeit, in der diese Position längst nicht mehr modern war.
Sammer kam 1985 als 17-jähriger Rechtsaußen ins DDR-Oberligateam Dynamo Dresdens; sein Vater Klaus war dort Trainer. Sogar das Westfernsehen nahm den schmächtigen, blassen, aber schnellen Rotschopf wahr. Im Sommer nach dem Mauerfall, einige Monate vor der deutschen Wiedervereinigung, wechselte Sammer bereits in den Westen zum VfB Stuttgart; wenig später war er der letzte Torschütze der DDR-Nationalmannschaft. Inzwischen hatet er sich zu einem zentralen Mittelfeldspieler, einem spielgestaltenden Sechser entwickelt.
Ab 1993 war Sammer bei Borussia Dortmund Libero. Vor allem beim EM-Turnier 1996 war er womöglich der einzige echte Nachfolger des großen Franz Beckenbauer in der DFB-Auswahl. Sammer war einer der willensstärksten Spieler, die es je in der Nationalmannschaft gab, eine unglaublich dominante Figur, die nach Balleroberungen sofort mit klugen Pässen den Angriff einleitete oder mit altem Stürmerblut den Ball dynamisch und leichtfüßig über 30 oder 40 Meter nach vorne schleppte, gegebenenfalls selbst mit einem sehr guten Schuss den Abschluss suchte.
Sammer war der Kopf der Dortmunder Mannschaft, die zwei Deutsche Meisterschaften, die Champions League und den Weltpokal gewann; beim europäischen Endspiel gegen Juventus Turin war er noch dabei, in Tokio konnte er gegen Cruzeiro Belo Horizonte bereits nicht mehr mitspielen. Wegen einer schweren Knieverletzung hatte Sammer im Oktober 1997 sein letztes Bundesligaspiel bestritten.
Schon lange vorher war abzusehen, dass Sammer eines Tages Trainer werden würde. Mit Borussia Dortmund wurde er 2002 erneut Meister; der damals 34-Jährige ist bis heute der jüngste Meistertrainer der Bundesligageschichte. Nach nur zwei gar nicht mals so erfolglosen Trainerstationen wechselte Sammer 2006 ins Management; zunächst war er Sportdirektor beim DFB, inzwischen Manager der Bayern, mit denen er nun erneut Meister und Champions-League-Sieger wurde.