Matthias Sammer

Matthias Sammer war der letzte große deutsche Libero in einer Zeit, in der diese Position längst nicht mehr modern war.
Sammer kam 1985 als 17-jähriger Rechtsaußen ins DDR-Oberligateam Dynamo Dresdens; sein Vater Klaus war dort Trainer. Sogar das Westfernsehen nahm den schmächtigen, blassen, aber schnellen Rotschopf wahr. Im Sommer nach dem Mauerfall, einige Monate vor der deutschen Wiedervereinigung, wechselte Sammer bereits in den Westen zum VfB Stuttgart; wenig später war er der letzte Torschütze der DDR-Nationalmannschaft. Inzwischen hatet er sich zu einem zentralen Mittelfeldspieler, einem spielgestaltenden Sechser entwickelt.
Ab 1993 war Sammer bei Borussia Dortmund Libero. Vor allem beim EM-Turnier 1996 war er womöglich der einzige echte Nachfolger des großen Franz Beckenbauer in der DFB-Auswahl. Sammer war einer der willensstärksten Spieler, die es je in der Nationalmannschaft gab, eine unglaublich dominante Figur, die nach Balleroberungen sofort mit klugen Pässen den Angriff einleitete oder mit altem Stürmerblut den Ball dynamisch und leichtfüßig über 30 oder 40 Meter nach vorne schleppte, gegebenenfalls selbst mit einem sehr guten Schuss den Abschluss suchte.
Sammer war der Kopf der Dortmunder Mannschaft, die zwei Deutsche Meisterschaften, die Champions League und den Weltpokal gewann; beim europäischen Endspiel gegen Juventus Turin war er noch dabei, in Tokio konnte er gegen Cruzeiro Belo Horizonte bereits nicht mehr mitspielen. Wegen einer schweren Knieverletzung hatte Sammer im Oktober 1997 sein letztes Bundesligaspiel bestritten.
Schon lange vorher war abzusehen, dass Sammer eines Tages Trainer werden würde. Mit Borussia Dortmund wurde er 2002 erneut Meister; der damals 34-Jährige ist bis heute der jüngste Meistertrainer der Bundesligageschichte. Nach nur zwei gar nicht mals so erfolglosen Trainerstationen wechselte Sammer 2006 ins Management; zunächst war er Sportdirektor beim DFB, inzwischen Manager der Bayern, mit denen er nun erneut Meister und Champions-League-Sieger wurde.

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