Wolfgang Weber

Ein nicht besonders großer, aber extrem kopfballstarker Manndecker, kein Treter, sondern ein sehr geschickter Zweikämpfer, der nicht nur den Gegenspieler ausschalten wollte, sondern auch an der Balleroberung interessiert war. Weber war dennoch ein harter Verteidiger, nicht nur gegen den Gegner, sondern auch gegen sich selbst. 1965 spielte er ein Europapokalspiel gegen den Liverpool FC trotz eines Wadenbeinbruchs zu Ende; auswechseln durfte man damals noch nicht.
1962 kam Wolfgang Weber als 18-Jähriger zum 1. FC Köln. Im zweiten Jahr wurde er schon regelmäßig in der Bundesliga eingesetzt, spätestens 1965/66 war er Stammspieler. Bis zum Karriereende im Sommer 1978 blieb Weber beim FC, allerdings immer etwas als Wackelkandidat; Weber war von vielen Verletzungen und Krankheiten geplagt, die 30 Saisonspiele erreichte er selten. Nach der Deutschen Meisterschaft von 1963 gewann Weber zweimal den DFB-Pokal; in der zweiten Meisterschaftssaison 1977/78 machte Weber, offiziell noch im Kader, tatsächlich bereits in den Trainerstab von Hennes Weisweiler aufgerückt, kein einziges Spiel mehr. Kurzzeitig war Weber anschließend Trainer bei Werder Bremen.
1966 war Wolfgang Weber an zwei Schlüsselszenen des WM-Endspiels im Wembley-Stadion beteiligt. In der 90. Minute traf der Kölner per Abstauber zum 2:2 gegen England und brachte Deutschland in die Verlängerung. Fünf Minuten vorher hatte sein Kopfball noch das Tor verfehlt.
In der 11. Minute der Verlängerung köpfte Weber den Ball wieder über das Tor, diesmal über das eigene, nachdem Geoff Hursts Schuss von der Unterkante der Latte auf die Torlinie gesprungen war. Schiedsrichter Gottfried Dienst entschied zuerst auf Eckball; nach Rücksprache mit seinem Linienrichter Tofik Bachramow erkannte Dienst das legendäre “Wembley-Tor” an.

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