Günter Pröpper

Ein unglaublicher Torjäger, der etwas in Vergessenheit geraten ist, weil erst spät in der Bundesliga auftauchte: “Meister” Pröpper war schon 30 Jahre alt, als er mit dem Wuppertaler SV in die erste Liga aufstieg. Zwei Jahre lang schoss Pröpper Tore ohne Ende (21 in der ersten Saison, 16 in der zweiten), erst im dritten, dem Abstiegsjahr, brach die Quote ein. In der zweiten Liga war er bis zum Karriereende weiterhin für zweistellige Trefferzahlen gut.
Rekorde stellte Pröpper vor dem Aufstieg auf. Merkwürdigerweise wurde er in der damals zweitklassigen Regionalliga nur zweimal Torschützenkönig: 1967 im Norden für den VfL Osnabrück (25 Treffer). Und 1972, in der Aufstiegssaison, mit gewaltigen 52 Toren in 32 Spielen, durchschnittlich 1,63 pro Partie. Die SpVgg Erkenschwick kassierte beim 0:6 fünf Pröpper-Tore, in vier Spielen schaffte Pröpper jeweils vier Treffer, in fünf weiteren schoss er Hattricks. 60 Saisontore in 32 Liga- und acht Aufstiegsrundenspielen sind eine Zahl, die vor und nach ihm kein anderer Spieler im deutschen Profifußball auch nur annähernd erreichte.
Um mit 57 Toren Rekordtorjäger des Regionalliga-Dauerbrenners aus Osnabrück zu werden, benötigte Pröpper nur drei Saisons. In der Regionalliga West schoss niemand mehr Tore als er in seinen zwei Jahren als Essener (30) und den folgenden drei Saisons beim WSV (98). Regional- und Bundesliga-Rekordtorjäger der Wuppertaler ist Pröpper sowieso.
Angesichts dieser Werte hätte Pröpper – ebenso wie Lorenz Horr oder Dieter Weinkauff – eine viel ausführlichere Bundesligakarriere haben müssen. “Meister” Pröpper war im Grunde der perfekte Mittelstürmer. Er hatte den absoluten Torriecher, beherrschte alle Abschlusstechniken und wurde in seiner größten Zeit tatsächlich auf eine Stufe mit Gerd Müller gestellt.
Pröppers Sohn Carsten (60 Bundesligaspiele für den FC St. Pauli) hätte ebenfalls ein größerer Erstligaspieler sein können. Dem sehr talentierten offensiven Mittelfeldspieler fehlte jedoch etwas Biss; er verließ sich zu sehr auf seine feinen technischen Fähigkeiten und machte sich daher nur in der zweiten Bundesliga einen echten Namen. Günter Pröppers Neffen Michael und Thomas spielten ebenfalls in der 2. Liga, ohne dort aber nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

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