Hans-Georg Lambert

Der Mittelfeldspieler Hans-Georg Lambert spielte eine Hauptrolle in der ersten Affäre der jungen Bundesliga: Schalke 04 wollte 1963 den Karlsruher Nationalspieler Günter Herrmann verpflichten, durfte aber laut DFB-Statuten höchstens 50.000 DM Ablöse zahlen. Das war dem KSC zu wenig. Schalke zahlte daher das Doppelte und bekam, um im Einklang mit den Statuten zu bleiben, den Ersatzspieler Lambert als Dreingabe. Für diesen Bilanztrick gab es zunächst eine Geldstrafe und Punktabzug für den KSC. In zweiter Instanz aber musste der DFB einsehen, dass die Schummelei offensichtlich sein mochte, dennoch konnte man es niemandem verbieten, für einen Reservisten die (hemmungslos übertriebene) Maximalablöse zu kassieren. Das Urteil wurde aufgehoben. Lambert, der in den 1950ern 30 Mal beim 1. FC Saarbrücken, beim KSC dagegen nie eingesetzt worden war, bestritt in zwei Jahren als Schalker genau ein Bundesligaspiel. Herrmann wiederum wurde nach einer schwierigen ersten Saison der erhoffte Leistungsträger in der Schalker Offensive. Ob die Rekordablöse sich gelohnt hat, ist dennoch fraglich: Schalke war in den folgenden Jahren immer ein Abstiegskandidat.

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